Aktuelles & Presse

 

»Da es sehr förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen, glücklich zu sein.“

Voltaire (François-Marie Arouet)

 

Wir dürfen uns bewusst für Glück und Optimismus entscheiden

und die Kraft der positiven Einstellung für unser Leben nutzen.

Indem wir uns aktiv der Freude und Zufriedenheit zuwenden,

schaffen wir innere Balance und Harmonie,

stärken unseren Geist und unseren Körper –

und fördern damit unser gesamtes Wohlbefinden.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei unseren Mitarbeiter*innen für ihre Hingabe,

bei unseren Kooperationspartnern für ihre Unterstützung

und bei unseren Patient*innen für ihr Vertrauen und ihre Zuversicht.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das Rheumazentrum Mittelhessen

schöne und besinnliche Feiertage

und einen guten Start in ein neues Jahr 2024.

Ihr Rheumazentrum Mittelhessen

 

Viele Menschen mögen es, wenn das Essen angenehm im Mund brennt, beispielsweise durch Pfeffer, Wasabi – oder durch scharfe Paprika, auch als Chili bekannt. Hinter dieser kleinen Schote verbergen sich noch weitere Vorteile, die über den puren Genuss und Schärfe-Kick hinausgehen. In diesem Artikel stellen wir Ihnen vor, was das Superfood Chili und der darin enthaltene Stoff Capsaicin so alles draufhaben.

 

Chili kann arthrotische Schmerzen lindern

 

Die Wirkung von Capsaicin bei Arthrose konnte bereits in einigen Studien bestätigt werden und wird aktuell weiter klinisch untersucht: Bisherige Daten zeigen eine signifikante Linderung der arthrotischen Schmerzen bei den Proband*innen. Denn: Chili dockt an bestimmte Rezeptoren an, die die Ausschüttung eines Schmerzbotenstoffes auslösen. Und das wirkt tatsächlich schmerzlindernd, da der Körper die Vorräte des Botenstoffes aufbraucht und andere Schmerzsignale – wie etwa arthrotische Schmerzen – nicht mehr so effektiv an das Gehirn senden kann. Außerdem reagiert der Körper auf die scharfe Schote mit stärkerer Durchblutung und der Ausschüttung von Endorphinen, die den Schmerz aktiv unterdrücken.

 

Chili kann innerlich und äußerlich angewendet werden

 

Die Wirkung tritt sowohl beim Essen von Chili als auch bei der äußeren Anwendung ein, zum Beispiel in Form eines Chili-Balsams oder einer Chili-Creme, die Sie auf Hände, Knie, Hüfte oder Schultern auftragen können, um die lokalen Arthrose-Schmerzen zu lindern. Die äußere Anwendung auf die Haut ist vor allem bei einem empfindlichen Verdauungstrakt empfehlenswert, da so der restliche Organismus nicht beeinträchtigt wird. Doch Vorsicht: Nach dem Auftragen sollten Sie Ihre Hände gut waschen, damit die Chili-Creme keinesfalls mit Ihren Schleimhäuten oder Augen in Berührung kommt!

 

Chili hilft beim Abnehmen

 

Übergewicht ist ein Risikofaktor für Rheuma – es steigert Entzündungsprozesse im Körper, kann den Krankheitsverlauf verschlimmern und belastet zusätzlich die sowieso schon gebeutelten Gelenke. Für übergewichtige Rheuma-Patient*innen ist Abnehmen förderlich für den Krankheitsverlauf – und die regelmäßige Aufnahme von Chili kann dabei unterstützen. Bestimmt ist Ihnen schon aufgefallen, dass man nach dem Essen von Chili ein Gefühl von Wärme verspürt. Das liegt daran, dass Capsaicin die Wärmeproduktion im Körper um bis zu 25% steigern kann. Um diesen erhöhten Aufwand aufrechterhalten zu können, verbrennt der Körper Kalorien. Dazu kommt noch, dass Capsaicin das Hungergefühl und vor allem die Lust nach Fettem, Salzigem und Süßem hemmt, was das Abnehmen zusätzlich unterstützt.

 

Chili tut Ihrem Herzen gut

 

Sie haben sicher schon einmal von »gutem« und »schlechtem« Cholesterin gehört. Das gute Cholesterin wird bei Überangebot einfach vom Körper ausgeschieden, wohingegen sich das schlechte in den Arterien ablagert und so möglicherweise zu einem Risikofaktor für verschiedene gesundheitliche Probleme wird. Versuche haben gezeigt, dass Chili das schlechte Cholesterin senken kann, ohne dabei das gute zu stören. Schon vier Chili-Mahlzeiten pro Woche können das Risiko für Herz-Kreislauferkrankung erheblich senken!

 

Chili schützt den Magen – auch bei Nebenwirkungen von Antirheumatika

 

Viele gängige Antirheumatika gehen mit teilweise unschönen Nebenwirkungen einher und können beispielsweise Magen- und Darmgeschwüre verursachen. Deshalb werden sie häufig mit einem vorsorglichen Magenschutz kombiniert, der allerdings auch wieder mit Nebenwirkungen daherkommt, wie etwa die verminderte Aufnahme von Mineralien und Spurenelementen oder ein erhöhtes Risiko für bakterielle Darminfektionen. Im Gegensatz dazu wirkt die Chili mit ihrem Capsaicin nicht als Blocker, sondern schützt Ihren Magen, indem es die Durchblutung und die Schleimproduktion der Schleimhäute anregt. Dadurch wird der natürliche Schutzschild des Magens gestärkt und mögliche Schäden können schneller repariert werden. Zusätzlich reguliert das Capsaicin auch den Säurefluss im Magen und stimuliert die Verdauungsvorgänge.

 

Chilis punkten also vor allem durch die Kombination mehrerer positiver Wirkungen – also scheuen Sie sich nicht vor ein wenig Schärfe und machen Sie Chilischoten zum neuen Verbündeten in Ihrem Speiseplan.

 

Bitte beachten Sie: Chili kann eine konventionelle medizinische Behandlung bei Arthrose nicht ersetzen, sondern dient lediglich der begleitenden Therapie. Bitte halten Sie immer Rücksprache mit Ihrem Facharzt!

Symptome von rheumatischen Erkrankungen können mit den richtigen Lebensmitteln merkbar abgemildert werden: Eine größtenteils pflanzliche, unverarbeitete Diät hilft dabei, Schmerzen, Schwellungen oder Morgensteifigkeit signifikant zu verbessern. Das Rheumazentrum Mittelhessen stellt Ihnen regelmäßig leckere Rezepte mit vitalisierenden Lebensmitteln und Inhaltsstoffen vor, damit Sie Zuhause und in Eigeninitiative viel Gutes für Ihre Gesundheit tun können.

 

Wenn sich im Herbst draußen die Blätter bunt färben, wird es Zeit, auch etwas Farbe in die eigene Küche zu bringen. Wir haben ein farbenfrohes Rezept mit orangerotem Hokkaidokürbis, hellgelben Butternut-Kürbis und grün-leuchtendem Feldsalat für Sie mitgebracht! Hier trifft gebackener, warmer Kürbis auf frischen Salat, würzigen Feta, süße Birnen und knackige Walnüsse – eine Kombination, die nicht nur für ein leckeres Geschmackserlebnis sorgt, sondern auch noch Ihrem Körper Gutes tut.

 

Denn die leuchtenden Farben der beiden beliebten Kürbissorten Hokkaido und Butternut sind nicht nur schön anzugucken, sondern auch ein Zeichen für Beta-Carotin, ein starkes Antioxidans, das Entzündungen entgegenwirkt und damit besonders wertvoll für die Linderung rheumatischer Symptome ist. Die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe, wie etwa Zink, stärken das Immunsystem zusätzlich, was gerade in der kalten Jahreszeit zum wichtigen Faktor wird, um den Körper gegen Erkältungen zu wappnen.

 

Das Beste daran? Dieses Rezept ist unglaublich einfach zuzubereiten und sowohl als Hauptmahlzeit oder als farbenfrohe Beilage eine wahre Leckerei – und ein echter Hingucker auf jedem Tisch. Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren!

 

Kennen Sie schon unsere anderen Kürbis-Rezepte?

 

 

Rezept: Salat mit gebackenem Kürbis

 

Zutaten:

100g Feldsalat

300g Kürbis z.B. Hokkaidokürbis, Butternut

1 Birne

1 EL Rapsöl

30g Fetakäse

15g Walnüsse

 

Dressing:

1 EL Öl z.B. Rapsöl/Leinöl

1-2 EL hellen Balsamico Essig

1 TL Honig

Salz, Pfeffer

Nach Geschmack: mit etwas Senf und Kräutern verfeinern

 

Zubereitung:

  1. Den Feldsalat gründlich waschen und trocknen.
  2. Den Kürbis bei 150 Grad für 30-40 Minuten im Ofen backen. Dann die Kerne und Fasern mit einem Löffel entfernen und das Fruchtfleisch in Würfel oder Scheiben schneiden. (Alternativ kann man auch bereits geschnittenen Kürbis aus der Tiefkühlabteilung verwenden.)
  3. Den Kürbis mit Öl, Salz und Pfeffer mischen und für ca. 15-20 Minuten bei 195 Grad Ober- und Unterhitze backen.
  4. In der Zwischenzeit die Birne und den Fetakäse schneiden. Walnüsse, Birne und Fetakäse zu dem Kürbis in den Backofen geben und damit nochmal 10 Minuten backen.
  5. Aus den oben genannten Zutaten das Dressing herstellen.
  6. Dressing mit dem Salat und der Kürbismischung vermengen und abschmecken.

Die Blutegeltherapie ist ein naturheilkundliches Verfahren zur Behandlung von Entzündungen und Schmerzen. Bei uns im Rheumazentrum Mittelhessen werden insbesondere Rheuma- und Arthrosepatient*innen mit den medizinischen Blutegeln (Hirudo medicinalis) erfolgreich therapiert. Abgeleitet aus unserer mehrjährigen Erfahrung mit den wirkungsvollen, kleinen Saugern, geben wir Ihnen einen Überblick mit den wichtigsten Informationen. Und Sie erhalten nützliche Entscheidungshilfen zur Einschätzung, ob eine Blutegeltherapie auch für Ihre Patientinnen und Patienten infrage kommt.

 

Welchen Effekt hat die Blutegeltherapie?

Der große Therapienutzen der Blutegel besteht in den entzündungshemmenden Stoffen, die das Tier beim Biss in den Körper einschleust. Das Polypeptid Eglin wird beim Biss des Blutegels an der betroffenen Stelle freigesetzt und kann arthritische Schmerzen lindern. Außerdem wirken die im Speichel des Blutegels enthaltenen Stoffe Hirudin und Calin gerinnungshemmend, wodurch die Durchblutung lokal verbessert und stauungs- oder entzündungsbedingte Verhärtungen gelöst werden.

 

Für wen ist eine Blutegelbehandlung geeignet?

Das Rheumazentrum Mittelhessen setzt Blutegel vor allem schmerzstillend bei Rheuma- und Arthrosepatient*innen und zur Lösung von stauungs- und entzündungsbedingten Verhärtungen ein. Blutegel werden aber auch in anderen Bereichen verwendet, vor allem in der plastischen Chirurgie. Im Rahmen von Transplantationen nutzen medizinische Fachkräfte die gerinnungs- und entzündungshemmende Wirkung des Blutegelspeichels, um die Wundheilung zu fördern und den venösen Blutfluss zu stimulieren, was die Einheilung der Transplantate im Körper unterstützt und verbessert.

 

Welche Risiken gibt es bei der Blutegeltherapie?

Nach einer Blutegelbehandlung können am Bissareal Hämatome, Schwellungen und Pruritus auftreten. Die Verabreichung von Antihistaminika lindert im Bedarfsfall den Juckreiz, während die Patient*innen das Kratzen an betroffenen Stellen vermeiden sollten, um Infektionen und weitere Irritationen zu verhindern. Es ist möglich, dass posttherapeutisch ein Blutdruckabfall und Kreislaufschwächen auftreten. Zudem mag gelegentlich eine kleine, bleibende Narbe am Bissort zurückbleiben.

 

Wer kommt für die Kosten einer Blutegelbehandlung auf?

Es ist wahrscheinlich, dass Ihre Patient*innen die Kosten für eine Blutegeltherapie selbst übernehmen müssen, da diese von gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht erstattet werden. Private Zusatzversicherungen können in einigen Fällen eine teilweise oder vollständige Kostendeckung bieten. Es wird empfohlen, dass privat Versicherte vorab mit ihrer Krankenversicherung Kontakt aufnehmen, um die Übernahme der Behandlungskosten zu klären.

 

Wer sollte von einer Blutegeltherapie absehen?

Eine Blutegelbehandlung ist nicht für alle Patient*innen geeignet und bedarf einer sorgfältigen Anamnese durch unser Fachpersonal, bevor die Behandlung begonnen werden kann. Um Sie in der Vorbereitung und Aufklärung Ihrer Patient*innen zu unterstützen, stellen wir Ihnen eine Liste der wesentlichen Kontraindikationen zur Verfügung, die gegen eine Blutegeltherapie sprechen.

  • Mit Blut verbundene Leiden (Anämie, Leukämie, Hämophilie, Magenblutungen, o.Ä.)
  • Aktive Schwangerschaft oder Menstruation
  • Körpergewicht unter 30 kg
  • Eine bald anstehende Operation
  • Organerkrankungen (Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen mit Dialysebedarf, o.Ä.)
  • Ausgeprägte Immunschwäche oder HIV
  • Fibromyalgie
  • Kollagenose

 

Wie sicher ist eine Behandlung mit medizinischen Blutegeln?

Bei der Arbeit mit Blut und lebenden Tieren unterliegt die Hygiene höchster Priorität. Um das Wohl der Patient*innen zu gewährleisten, werden Blutegel unter strengsten Hygienebedingungen gezüchtet und gehandhabt. Diese Tiere stammen aus spezialisierten Zuchtbetrieben und nicht aus Wildfängen, was das Risiko von Kontaminationen ausschließt. Jeder Blutegel wird ausschließlich für eine einmalige Anwendung genutzt und anschließend gemäß den geltenden Vorschriften entsorgt, wodurch das Risiko einer Kreuzkontamination mit Patientenblut eliminiert wird.

 

Bei weiteren Fragen zur Blutegeltherapie stehen wir Ihnen und Ihren Patient*innen jederzeit zur Verfügung. Als erfahrenes Kompetenzzentrum bieten wir Ihnen gerne umfassende Beratung und Unterstützung an.

Rheuma ist mit Sicherheit keine Nischenkrankheit – allein in Deutschland gibt es ca. 1,8 Millionen Betroffene aus allen Altersgruppen und Lebenslagen. Chronische Schmerzen und Steifigkeit gehen häufig mit rheumatischen Erkrankungen einher, sind aber für Außenstehende nicht sichtbar. Viele Betroffene kennen daher Sprüche wie »Du bist schon wieder krank?« oder »Vielleicht hast du die Gelenkschmerzen nur wegen dem Wetter?«. Solche Kommentare fühlen sich oft unangenehm an, entstehen aber in der Regel nicht aus Missgunst, sondern aus mangelndem Wissen um die unsichtbare Erkrankung.

 

Um mehr Bewusstsein für Rheuma, Arthrose & Co. zu schaffen und sie auch in der breiteren Öffentlichkeit sichtbarer und greifbarer zu machen, findet jedes Jahr am 12. Oktober der Welt-Rheuma-Tag statt. An diesem Tag stehen die Unterstützung für Betroffene im Alltag und in Ausnahmesituationen sowie die Würdigung des Einsatzes der vielen, häufig ehrenamtlichen Organisationen im Mittelpunkt.

 

Online-Veranstaltungsangebot der Rheuma-Liga Hamburg

Am 7. Oktober 2023 findet ein Livestream der Rheuma-Liga Hamburg statt – mit Vorträgen zu spannenden Themen wie dem Einfluss der Krankenkassen auf die Therapie oder künstliche Intelligenz in der Medizin. Die Veranstaltung beginnt um 10:00 Uhr und wird von einer anschließenden Diskussionsrunde begleitet, in der die Fragen der Zuschauer*innen beantwortet werden. Alle Vorträge werden später im digitalen Archiv des Landesverbandes veröffentlicht, wo Sie auch über 75 Videos aus den vergangenen Jahren finden. Hier geht es beispielsweise zu den Aufzeichnungen vom Welt-Rheuma-Tag 2022.

 

Unser gesamtes Team wünscht Ihnen einen tollen und informativen Welt-Rheuma-Tag 2023!

Wir vom Rheumazentrum Mittelhessen unterstützen die Ausbildung von Studierenden fortlaufend, u.a. durch Praktika, Hospitationen oder praktische Jahre. Und gelegentlich öffnen wir auch mal die Pforten, um Bachelor-Student*innen im Rahmen einer kleinen Exkursion Einblicke in unseren Klinikalltag inklusive handfester Praxiserfahrungen zu ermöglichen.

 

Vertreten waren Studierende des Studiengangs Biomedizinische Technik (BMT) der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), begleitet von Prof. Dr. Jörg Subke, dessen Arbeitsschwerpunkte u.a. auf Biomechanik und medizinischer Messtechnik liegen. Die Exkursion drehte sich um die Frage »Wie funktioniert eigentlich wissenschaftliches Arbeiten?«, die bei uns in Bad Endbach in Aktion erforscht werden konnte.

 

Diagnosesystem in Aktion

 

Denn die BMT-Student*innen lernten nicht nur unser vielfältiges Arbeitsumfeld kennen, sondern durften auch eigenhändig Messungen mit dem medizinisch-technischen Diagnosesystem unseres wissenschaftlichen Partners BoneDiaS durchführen: Durch Schallemissionen und mit Hilfe von Sensoren, Kameras und einer Druckplatte kann innerhalb von zehn Sekunden Arthrose im Knie- und Hüftgelenk ermittelt werden. Die gesammelten Daten werden dann drahtlos transferiert, sodass die Studierenden den Standanalyse-Report nach der Untersuchung wissenschaftlich auswerten konnten.

 

Das Rheumazentrum unterstützt Nachwuchsfachkräfte immer gerne in ihrer Ausbildung. Mit praktischen Einblicken in unsere Klinik leisten wir unseren Beitrag und investieren in die zukünftigen Medizintechniker*innen und Experten von Morgen.

150 Besucher*innen, Speed-Dating mit Rheuma-Experten und jede Menge Input zum Thema »Selbsthilfe und Rheuma«

 

Der Verein »Rheumatikum« hatte zu einem Aktionstag unter dem Motto »Rheuma trifft« in das Rheumazentrum Mittelhessen in Bad Endbach eingeladen. Neben Vorträgen von Rheuma-Spezialisten stellten sich auch unterschiedliche, regionale Selbsthilfegruppen und Stiftungen vor, in denen Betroffene Hilfe und Unterstützung erfahren können. Während des »Speed-Datings« konnten die 150 Besucher*innen persönlich mit den Rheuma-Experten in Dialog treten.

 

Austausch ermöglichen

 

Die Veranstaltung begann mit einem Vortrag der ärztlichen Direktorin des Rheumazentrums. Nach der Diagnose »Rheuma« fühlten sich Patienten oft im wahrsten Sinne des Wortes getroffen, machte Katrin Storck-Müller deutlich. Es sei daher überaus wichtig, dass sie Unterstützung und Austausch erfahren. Dieser Rheuma-Aktionstag biete daher eine Plattform für Selbsthilfegruppen und erstmals auch ein Speed-Dating mit Ärzten, Mitarbeitern des Sozialdienstes sowie Therapeuten. Storck-Müller lobte die Arbeit der Selbsthilfegruppen und die Vielfalt der Angebote. Diese seien eine tolle Ergänzung in der Behandlung der Krankheitsbilder. Die ärztliche Direktorin gab zu bedenken, dass mit 400 verschiedenen Rheumaerkrankungen vielfältige Krankheitsbilder zu behandeln seien. Betroffen seien bereits Patienten im Mutterleib, aber auch über 100-Jährige. Katrin Storck-Müller berichtete, sie habe bereits acht Rheumatologen ausgebildet und hob hervor, dass viele Hausärzte ebenfalls eine hervorragende Betreuung der Erkrankten leisten. Eine Vorstellung bei einem Rheumatologen in Intervallen sei dennoch wichtig, nicht zuletzt, um eventuell die Krankheit mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen anzugehen.

 

Die Selbsthilfegruppen stellen sich vor

 

Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew

Für die Gruppe Wetzlar der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew stellte Harald Szislo deren Treffen und Begegnungen sowie das Beratungsangebot vor. Aus der Arbeit des DVMB Landesverband Hessen berichtete der Vorsitzende Franz Josef Kaufhold und beklagte, dass es oftmals für Patient*innen schwierig sei, einen Termin bei einem Rheumatologen zu bekommen.

 

Deutscher Psoriasis Bund

Uwe Willuhn, stellvertretender Vorsitzender des Deutschen Psoriasis Bundes, erläuterte, mit Online-Seminaren und Workshops sowie politischem Engagement werde auf die Belange der Psoriasis-Erkrankten aufmerksam gemacht und Hilfestellung angeboten. Informiert wurde auch über Biologika und Biosimilars zur Therapie der Psoriasis und Psoriasis-Arthritis. Gerade junge Menschen fühlten

sich durch diese Erkrankung stigmatisiert, der Psoriasis Bund sei daher bestrebt, die Kinder- und Jugendarbeit auszubauen.

 

Deutsche Fibromylagie Vereinigung

Michael Kindermann stellte die Selbsthilfegruppe Laubach der Deutschen Fibromyalgie Vereinigung vor. Sie trifft sich jeden zweiten Samstag im Monat um 14 Uhr im »Alten Bahnhof« in Laubach und unterstützt Fibromyalgie-Betroffene bei der Bewältigung der chronischen Schmerzerkrankung, von der Frauen erheblich häufiger betroffen sind als Männer.

 

Rheumaliga Hessen

Manuela Wetzel von der Rheumaliga Hessen wies auf die Bedeutung von Beratung, Begegnung und Bewegung hin und stellte das ehrenamtliche Engagement der Mitwirkenden heraus.

 

aktion luftsprung

Die Arbeit der Stiftung »luftsprung« stellten Julia Preiß und Elke Werner vor. Die Stiftung setze sich für Chancengleichheit junger Menschen mit chronischen Erkrankungen in Ausbildung, Studium oder Berufseinstieg ein. Untergruppierungen seien »luftsprung campus« mit der Auslobung jährlicher Stipendien, »luftsprung live« mit einem Förderprogramm für junge Musiker und »luftsprung fit4job«.

 

Erstmalig: Speed-Dating mit Rheuma-Spezialisten

 

Ein Highlight war die Speed-Dating-Runde aus über 20 Expertinnen und Experten, darunter Ärzte, Mitarbeitende des Sozialdienstes sowie Therapeuten, mit denen die Besucherinnen und Besucher während des kurzen »Dates« in Dialog treten konnten. Der gesamte Aktionstag war geprägt von einer lockeren Atmosphäre mit gemütlichem Kaffee und erfrischenden Cocktails und endete nach einer Führung durch das Rheumazentrum Mittelhessen.

Ende Juni 2023 wurde im Rheumazentrum Mittelhessen ein Überwachungsaudit durch den TÜV Hessen durchgeführt. Dabei wurden klinische Prozesse überprüft, welche den Anforderungen der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) und der Norm ISO 9001 entsprechen müssen. Das höchst erfreuliche Ergebnis lässt sich mit den folgenden Worten des Auditors vom TÜV Hessen zusammenfassen: »Das Rheumazentrum Mittelhessen spielt in Sachen Qualität in der Champions League.«

 

Exzellente Qualitätsdokumente und Arbeitsorganisation

 

Der Auditor startete den Audit mit der Bearbeitung eines exzellenten Qualitätsberichts und anderer Qualitätsdokumente, die vollständig und inhaltlich einwandfrei waren und besuchte anschließend die einzelnen Abteilungen, wo die Mitarbeitenden des Rheumazentrum Mittelhessen alle Fragen mit Bravour beantwortet haben. Auch die strukturierte und leitlinienkonforme Arbeitsorganisation wurde positiv hervorgehoben.

 

Champions in Digitalisierung

 

Besonders fiel dem Auditor der hohe Digitalisierungsgrad des Hauses ins Auge. In der elektronischen Akte werden sowohl Termine vereinbart, Medikamente verordnet, Angaben überprüft und die gesamte medizinische Dokumentation erstellt. So sind für Mitarbeitende jeder Berufsgruppe die für sie relevanten Informationen direkt einsehbar.

 

Beeindruckendes Therapie-Angebot

 

Auch das breite Angebot physikalischer Therapien beeindruckte den Auditor nachdrücklich. Es sei äußerst selten geworden, dass eine Klinik eine solch umfassende und vielfältige Behandlungsbandbreite besitze. Die multimodalen Therapiemöglichkeiten sollen jeder einzelnen Patientin und jedem einzelnen Patienten ermöglichen, ein differenziertes, speziell auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnittenes Behandlungskonzept zur langfristigen Verbesserung des Wohlbefindens zu erhalten. Abschließend blieb dem Auditor vom TÜV Hessen nur noch eins zu sagen: »Das Rheumazentrum Mittelhessen spielt in Sachen Qualität in der Champions League.«

 

Wir vom Rheumazentrum Mittelhessen freuen uns, dass unser hoher Anspruch an uns selbst und unser täglicher Einsatz nun auch offiziell und auf verschiedenen Ebenen gewürdigt und »besiegelt« wurde. Unser ausgereiftes und interdisziplinäres Konzept, moderne, gut gewartete Gerätschaften und Räume sowie modernste Methoden der Hochleistungsmedizin sorgen für die hohe Qualität in unserer Klinik. Dies wird besonders auch durch unsere kompetenten und engagierten Mitarbeitenden gewährleistet, die jeden Tag mit vollem Einsatz ihre Expertise in den Dienst unserer Patientinnen und Patienten stellen.

Unsere medizinische Kooperation mit der Praxis für Neuro- und Wirbelsäulenchirurgie Dr. med. Kuhn aus Gießen gewährleistet seit vielen Jahren die optimale und interdisziplinäre Versorgung von Rheuma-Patient*innen in Mittelhessen. Gemeinsam kümmern wir uns um alle Krankheitsphasen von Betroffenen – vor, während und nach einer Operation.

 

Bei einem Besuch im Rheumazentrum Mittelhessen stellte Dr. Kuhn seinen Praxis-Nachfolger Dr. med. Sihombing, Facharzt für Neurochirurgie, vor, mit dem wir die medizinische Partnerschaft fortsetzen werden. Unsere ärztliche Direktorin Katrin Storck-Müller freute sich über das persönliche Kennenlernen und über die fortbestehende Zusammenarbeit mit Dr. Sihombing und mit dem von Dr. Kuhn mitbegründeten Wirbelsäulenzentrum Marburg.

 

Ganzheitliche Betreuung durch starke Partnerschaft

 

Mit seinem Fachwissen unterstützte Dr. Kuhn regelmäßig unsere Visiten in Bad Endbach und stand auch für neurochirurgische Kontrolluntersuchungen von Patient*innen zur Verfügung, die bei uns stationär rehabilitieren. Wir vom Rheumazentrum Mittelhessen sorgen mit ambulanten und stationären Maßnahmen für OP-Prävention – oder kümmern uns um die Nachsorge von Patient*innen, bei denen ein operativer Eingriff unumgänglich war.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Dr. Kuhn für die langjährige, vertrauensvolle Zusammenarbeit und freuen uns sehr, die gegenseitige Unterstützung mit Dr. Sihombing fortzuführen.

Das biologische Geschlecht einer Person hat Auswirkungen auf die Gesundheit – so auch bei rheumatischen Erkrankungen. Frauen sind deutlich häufiger von rheumatoider Arthritis, Osteoporose oder Kollagenosen betroffen. Noch dazu ist der Krankheitsverlauf bei Frauen im Vergleich zu Männern oft mit stärkeren Schmerzen und selteneren Remissionen, also Nachlassen der Symptome verbunden. Und als wäre das nicht schon genug, sprechen Frauen teilweise auch anders auf Medikamente an. Wir gehen dem Phänomen etwas näher auf den Grund.

 

Geschlechtshormone beeinflussen Immunreaktionen

 

Es gibt viele Hinweise darauf, dass der Hormonspiegel einen großen Faktor bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Rheuma darstellt. Östrogen, das Frauen im Vergleich zu Männern mehr produzieren, kann Autoimmunreaktionen und damit auch rheumatische Erkrankungen und Beschwerden verstärken. Testosteron, welches bei Männern häufiger vorkommt, wirkt hingegen immunsuppressiv, unterdrückt also potentielle Immunreaktionen gegen den eigenen Körper, weshalb Männer tendenziell seltener von Autoimmunerkrankungen betroffen sind. Während der Schwangerschaft produzieren Frauen außerdem verstärkt Progesteron, das die spezifische Autoimmunreaktion hemmt, welche für rheumatoide Arthritis verantwortlich ist.

 

Progesteron und Östrogen haben bei Autoimmunerkrankungen noch eine weitere Eigenschaft: Sie unterdrücken die Aktivität des sogenannten AIRE-Gens, welches eigentlich fehlgeleitete Autoimmunreaktionen wie den Angriff auf die Gelenkinnenhaut bei einer Rheumaerkrankung verhindert. Testosteron hingegen kurbelt die Aktivität dieses Gens an, weshalb Männer hier häufig besser geschützt sind.

 

Chromosomen können Überaktivierung auslösen

 

Viele der für die Immunabwehr relevanten Gene befinden sich auf dem X-Chromosom. Da dieses bei Frauen doppelt vorhanden ist, sind auch diese Gene doppelt verfügbar. Expert*innen gehen davon aus, dass es dadurch schneller zu einer Überaktivierung bei Immunreaktionen kommt. Der Körper hat im Normalfall genug Bedrohungen zu bewältigen, dass ein X-Chromosom damit gut ausgelastet ist. Wenn nun beide X-Chromosomen aktiviert sind, wird der Körper zu wachsam und erkennt Gefahren, wo keine sind. Das führt dazu, dass er eigene Zellen und Stoffe angreift, was auch Rheuma auslösen kann.

 

Schwankende Wirkung bei Medikamenten

 

Frauen sprechen weniger stark auf nicht-steroidale Antirheumatika und Glukokortikoide an als Männer. Außerdem schwankt die Wirkstärke der Schmerzmittel bei Frauen durch zyklusbedingte Veränderungen des Hormonspiegels. In der Folge kann es sein, dass die Schmerzen weniger stark gedämpft werden. Hormonbasierte Verhütungsmittel können die Wirksamkeit ebenfalls beeinträchtigen.

Auch die bei stärkeren Beschwerden häufig verschriebenen Biologika wirken weniger stark bei Frauen. Diese Medikamente hemmen die Immunantworten, was bedeutet, dass das Immunsystem alles, was es als Bedrohung sieht, nicht mehr so konsequent bekämpft. Die schwächere Wirkung bei Frauen bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass sie hier weniger von Nebenwirkungen wie einer erhöhten Infektanfälligkeit betroffen sind.

 

Die Forschung nach den Gründen, weshalb Frauen häufiger von Rheuma betroffen sind und anders auf Medikamente ansprechen, ist noch lange nicht abgeschlossen. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, die in der Zukunft zu einer besseren Vorbeugung oder Behandlung beitragen können.