{"id":8093,"date":"2023-08-31T08:57:17","date_gmt":"2023-08-31T06:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/rheumazentrum-mittelhessen.de\/immunsystem-staerken-praktische-tipps-copy\/"},"modified":"2024-01-09T14:34:58","modified_gmt":"2024-01-09T13:34:58","slug":"frauen-haeufiger-von-rheuma-betroffen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rheumazentrum-mittelhessen.de\/el_el\/frauen-haeufiger-von-rheuma-betroffen\/","title":{"rendered":"Warum sind Frauen h\u00e4ufiger von Rheuma betroffen?"},"content":{"rendered":"<p>Das biologische Geschlecht einer Person hat Auswirkungen auf die Gesundheit \u2013 so auch bei rheumatischen Erkrankungen. Frauen sind deutlich h\u00e4ufiger von rheumatoider Arthritis, Osteoporose oder Kollagenosen betroffen. Noch dazu ist der Krankheitsverlauf bei Frauen im Vergleich zu M\u00e4nnern oft mit st\u00e4rkeren Schmerzen und selteneren Remissionen, also Nachlassen der Symptome verbunden. Und als w\u00e4re das nicht schon genug, sprechen Frauen teilweise auch anders auf Medikamente an. Wir gehen dem Ph\u00e4nomen etwas n\u00e4her auf den Grund.<\/p>\n<h3><strong>Geschlechtshormone beeinflussen Immunreaktionen<\/strong><\/h3>\n<p>Es gibt viele Hinweise darauf, dass der <strong>Hormonspiegel<\/strong> einen gro\u00dfen Faktor bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen wie Rheuma darstellt. <strong>\u00d6strogen<\/strong>, das Frauen im Vergleich zu M\u00e4nnern mehr produzieren, kann Autoimmunreaktionen und damit auch rheumatische Erkrankungen und Beschwerden verst\u00e4rken. <strong>Testosteron<\/strong>, welches bei M\u00e4nnern h\u00e4ufiger vorkommt, wirkt hingegen immunsuppressiv, unterdr\u00fcckt also potentielle Immunreaktionen gegen den eigenen K\u00f6rper, weshalb M\u00e4nner tendenziell seltener von Autoimmunerkrankungen betroffen sind. W\u00e4hrend der Schwangerschaft produzieren Frauen au\u00dferdem verst\u00e4rkt <strong>Progesteron<\/strong>, das die spezifische Autoimmunreaktion hemmt, welche f\u00fcr rheumatoide Arthritis verantwortlich ist.<\/p>\n<p>Progesteron und \u00d6strogen haben bei Autoimmunerkrankungen noch eine weitere Eigenschaft: Sie unterdr\u00fccken die Aktivit\u00e4t des sogenannten <strong>AIRE-Gens, <\/strong>welches eigentlich fehlgeleitete Autoimmunreaktionen wie den Angriff auf die Gelenkinnenhaut bei einer Rheumaerkrankung verhindert. Testosteron hingegen kurbelt die Aktivit\u00e4t dieses Gens an, weshalb M\u00e4nner hier h\u00e4ufig besser gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<h3><strong>Chromosomen k\u00f6nnen \u00dcberaktivierung ausl\u00f6sen <\/strong><\/h3>\n<p>Viele der f\u00fcr die Immunabwehr relevanten Gene befinden sich auf dem <strong>X-Chromosom<\/strong>. Da dieses bei Frauen doppelt vorhanden ist, sind auch diese Gene doppelt verf\u00fcgbar. Expert*innen gehen davon aus, dass es dadurch schneller zu einer <strong>\u00dcberaktivierung bei Immunreaktionen<\/strong> kommt. Der K\u00f6rper hat im Normalfall genug Bedrohungen zu bew\u00e4ltigen, dass ein X-Chromosom damit gut ausgelastet ist. Wenn nun beide X-Chromosomen aktiviert sind, wird der K\u00f6rper zu wachsam und erkennt Gefahren, wo keine sind. Das f\u00fchrt dazu, dass er eigene Zellen und Stoffe angreift, was auch Rheuma ausl\u00f6sen kann.<\/p>\n<h3><strong>Schwankende Wirkung bei Medikamenten<\/strong><\/h3>\n<p>Frauen sprechen weniger stark auf <strong>nicht-steroidale Antirheumatika und Glukokortikoide<\/strong> an als M\u00e4nner. Au\u00dferdem <strong>schwankt die Wirkst\u00e4rke<\/strong> der Schmerzmittel bei Frauen durch zyklusbedingte Ver\u00e4nderungen des Hormonspiegels. In der Folge kann es sein, dass die Schmerzen weniger stark ged\u00e4mpft werden. Hormonbasierte Verh\u00fctungsmittel k\u00f6nnen die Wirksamkeit ebenfalls beeintr\u00e4chtigen.<\/p>\n<p>Auch die bei st\u00e4rkeren Beschwerden h\u00e4ufig verschriebenen <strong>Biologika<\/strong> wirken weniger stark bei Frauen. Diese Medikamente hemmen die Immunantworten, was bedeutet, dass das Immunsystem alles, was es als Bedrohung sieht, nicht mehr so konsequent bek\u00e4mpft. Die schw\u00e4chere Wirkung bei Frauen bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass sie hier weniger von Nebenwirkungen wie einer erh\u00f6hten Infektanf\u00e4lligkeit betroffen sind.<\/p>\n<p>Die Forschung nach den Gr\u00fcnden, weshalb Frauen h\u00e4ufiger von Rheuma betroffen sind und anders auf Medikamente ansprechen, ist noch lange nicht abgeschlossen. Immer wieder gibt es neue Erkenntnisse, die in der Zukunft zu einer besseren Vorbeugung oder Behandlung beitragen k\u00f6nnen.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das biologische Geschlecht einer Person hat Auswirkungen auf die Gesundheit \u2013 so auch bei rheumatischen Erkrankungen. Frauen sind deutlich h\u00e4ufiger von rheumatoider Arthritis, Osteoporose oder Kollagenosen betroffen. 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